Historie

Gerätehäuser

In den ersten Jahren nach der Gründung wurde eine Garage in der Riedstraße als Unterkunft genutzt, die spätere Fahrradwerkstatt Zeh. Ein Bild aus der damaligen Zeit ist nicht erhalten. Das vor kurzem aufgenommene Bild gibt aber noch einen Eindruck von der sicherlich auch für damalige Verhältnisse etwas beengten Unterbringung von Leiter, Lafettenspritze, Hydrantenwagen und sonstigen Gerätschaften.

Ende der 20er Jahre wurde die Raumsituation dann besser, die Feuerwehr zog um in zwei Garagen neben der alten Schule am Neuen Weg, Ecke Schulweg (heute Florianweg). Die Zeichnung von Rudi Gerlach ist nach einem Foto aus den fünfziger Jahren angefertigt. Die Garagen wurden vor etwa 20 Jahren abgerissen.

Ende der fünfziger Jahre reicht diese Unterkunft nicht mehr aus, 1960 bezieht die Feuerwehr zweihundert Meter weiter ein neues Haus im Schulweg (heute Florianweg), gegenüber der Schule am Kirchweg (heute Polizeirevier).

Mit dem stetigen Wachstum Bergen-Enkheims und der damit Schritt haltenden Ausstattung der Enkheimer Feuerwehr wird auch dieses Haus bald wieder zu klein. Aufgrund schwacher Fundamentierung ist das Gebäude zudem durch die Bodenverhältnisse (im ehemaligen Verlauf eines Mainarmes) bereits baufällig.
Angleicher Stelle wird deshalb in den Jahren 1975/76 in zwei Bauabschnitten die heutige Feuerwache errichtet. Erhalten bleibt nur der 17m hohe Schlauchturm, der zum einen auf einer massiven Bodenplatte errichtet ist und zum anderen auch noch auf einem jahrhundertelang genutzten Fahrweg („Ochsenweg“) steht. Die Feuerwehr zieht zunächst in den ersten Bauabschnitt, die Halle am südlichen Ende des Hofes. Nach Abriß des alten Gebäudes entsteht an dessen Stelle der zweite Bauabschnitt, das heutige Hauptgebäude der Feuerwache. Aufwendige
Pfahlgründungen sorgen diesmal für dauerhafte Stabilität.
Am 29.9.1976 wurde der gesamte Gebäudekomplex mit neun Einstellplätzen in zwei Fahrzeughallen, Wasch- und Wartungshalle,
Leitstelle, Aufenthaltsraum, Schulungsraum, Sozialräumen und Kellergeschoß sowie zwei Wohnungen und Nebenräumen für die Rettungswache Bergen-Enkheim und den ärztlichen Notdienst der Öffentlichkeit vorgestellt und der Freiwilligen Feuerwehr Enkheim übergeben.

Der ärztliche Notdienst bleibt nur kurze Zeit in Enkheim. Die freiwerdenden Räume übernimmt die expandierende Rettungswache. Zeitweise ist auch ein Rettungswagen der Berufsfeuerwehr hier stationiert.
1998 bezieht die Rettungswache ein eigenes Gebäude, die Feuerwache wird nun von der Feuerwehr allein genutzt. Das Erdgeschoß wurde
in Eigenregie so umgebaut, daß die im Obergeschoß gelegenen Räume komplett zur Vermietung frei wurden. Vorübergehend war dort die Verwaltungsstelle Bergen-Enkheim untergebracht, dann wurden die Räume von einer Abteilung der Branddirektion genutzt.
Derzeit ist geplant, daß auf dem westlichen Teil des Areals eine Staffelfeuerwache der Berufsfeuerwehr errichtet wird. Dadurch würden der Enkheimer Wehr eine Fahrzeughalle und die daran anschließenden Räume verloren gehen. Zum Ausgleich soll dann – nach erneuten Umbaumaßnahmen im Hauptgebäude – das erste Obergeschoß wieder von der FF Enkheim genutzt werden.

Im Rahmen eines neuen Brandschutzkonzeptes sollen dann 10 Jahre später ergänzende Staffelfeuerwachen der Berufsfeuerwehr in den Stadtteilen errichtet werden. Eine davon entsteht auf dem Gelände der Enkheimer Wehr im Florianweg. Die westlichen Nebengebäude, der Schlauchturm und eine Fahrzeughalle gehen durch den Neubau der Berufsfeuerwehr verloren, als Ausgleich konnte nach erneuten Umbaumaßnahmen im Hauptgebäude das erste Obergeschoß wieder von der FF Enkheim genutzt werden. Mit der Einweihung der Staffelwache im Jahr 2009 waren die Baumaßnahmen zunächst abgeschlossen.

Zur teilweisen Finanzierung der Investitionen wurde anschließend der südliche Teil des Areals mit Fahrzeughallen und Nebenräumen sowie einem großen Teil der Hof- und Übungsfläche verkauft. Nach Abriss dieser Fahrzeughallen 2017 begannen an dieser Stelle dann die Bauarbeiten zur Errichtung einer Kindertagesstätte.

Der Wegfall dieser südlichen Fahrzeughallen – in denen vorübergehend auch der Feuerwehrgeschichts- und Museumsverein Unterkunft gefunden hatte – verursachte neue Probleme, da sich der Fuhrpark der Berufsfeuerwehr in Enkheim zwischenzeitlich vergrößert hatte. Im Rahmen eines erneuten Umbaus entstand hinter der östlichen kleinen Fahrzeughalle 2016/17 ein Anbau in Leichtbauweise für die Ausrüstung der Verpflegungseinheit der FF Enkheim, so dass in den Fahrzeughallen der FF Enkheim Platz entstand für die Unterbringung von zwei Fahrzeugen der Berufsfeuerwehr.

 

Gründung

Vor 1924 bestanden in Bergen und Enkheim nur Pflichtfeuerwehren. Junge Männer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren wurden zwangsweise zum Feuerwehrdienst abgeordnet. Da die Mitglieder einer auf freiwilliger Basis organisierten Feuerwehr motivierter und damit effektiver arbeiteten und in einigen Nachbargemeinden schon Freiwillige Feuerwehren existierten, wurde in dieser Zeit ver­stärkt für die Gründung von Freiwilligen Feuerwehren geworben.

Am 4. Juni 1924 versammelte sich daher eine „recht stattliche Schar männlicher Einwohner“ im Gasthaus „Zur Sonne“ und gründete ausweislich eines Artikels der Bergen-Enkheimer Zeitung vom Folgetag die Freiwillige Feuerwehr Enkheim. Die seitherige Pflichtfeuerwehr bestand unter Federführung der Freiw. Feuerwehr parallel noch einige Jahre weiter, deren Gerätschaften wurden übernommen.

Zum ersten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Enkheim wurde der Bäckermeister Heinrich Besier gewählt, der letzte Kommandant der Pflichtfeuerwehr, der Wasserwerkmeister Karl Bingemer, wurde Ehrenkommandant der neugegründeten Freiwilligen Feuerwehr.

Als Gerätehaus wurde eine Garage in der Riedstraße genutzt, die spätere Fahrradwerkstatt Zeh. Um 1930 zog man dann um in zwei Garagen neben der alten Schule am Neuen Weg. Die Ausrüstung wurde ergänzt um eine Magirus-Lafettenspritze für Pferdezug, eine 12m-Magirus-Leiter für Handzug und zwei Hydrantenwagen. 1937 gab es dann das erste motorisierte Fahrzeug, einen gebrauchten schweren Chrysler-Pkw, der als Transport- und Zugfahrzeug hergerichtet wurde.

Einige große Einsätze im ersten Jahrzehnt des Bestehens belegen, daß die Enkheimer mit der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gut beraten waren.

Fahrzeuge

Erstes motorisierte Fahrzeug der FF Enkheim

Ein gebraucht erworbener Chrysler-PKW von 1928

Dodge Mannschaftswagen

 

Löschgruppenfahrzeug LF 15 auf Mercedes

 

Kommandowagen – VW Cabriolet

Etwa 1961 kann die FF Enkheim einen Volkswagen 1200 Cabriolet beschaffen. Das ehemalige Polizeifahrzeug, das Anfang der 1950er Jahre gebaut wurde, wird umlackiert und als Kommandowagen genutzt. Das Fahrzeug bleibt bis 1966 in Dienst und wird dann durch einen gebraucht von den Scholl-Werken erworbenen „Käfer“ VW 1200 Standard (Baujahr um 1960) ersetzt. Auch dieses Fahrzeug wird umlackiert und dann bis 1976 als Kommandowagen eingesetzt.

Henschel/Arve LF 16

Löschgruppenfahrzeug LF 16 auf Henschel HS 11 AK-Fahrgestell mit Aufbau der Firma Arve in Springe bei Hannover. Das 132 PS starke Fahrzeug hat ein Gesamtgewicht von 10 Tonnen, einen 1.000 Liter fassenden Wassertank und eine Feuerlöschkreiselpumpe FP 16/8 von Balcke.

Opel Blitz LF 8, Aufbau Magirus

Das Löschgruppenfahrzeug LF 8 wurde von Magirus auf einem Opel „Blitz“ 2.5 aufgebaut. Das nach Norm beladene Fahrzeug ist 90 PS stark und hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 4,5 t.

Hanomag Kastenwagen

Ein schon recht mitgenommener Kastenwagen vom Typ Hanomag F 20 wird 1973 von den Stadtwerken Bergen-Enkheim übernommen und von Mitgliedern der Enkheimer Wehr in Eigenleistung saniert und zum Gerätewagen-Öl / Transportfahrzeug aufgebaut.

Gerätewagen Nachschub GW-N Mercedes 508 D

Zum Transport von Mannschaft, Material und Geräten des Verpflegungstrupps und als Zugfahrzeug für die Feldküche.

Löschgruppenfahrzeug LF 16 Mercedes 1222 AF/36

Fahrzeug zur Brandbekämpfung und Hilfeleistung, Besatzung 9 Mann. Gesamtgewicht 13.000 kg, 159 kW (220 PS). Feuerwehrtechnische Beladung nach Norm. Besonderheiten: Wassertank 2.300 l, Schaumtank 200 l, Pumpe Rosenbauer R 280 2.800 l/min bei 10 bar, 250 l/min bei 40 bar.